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Mitten im Leben

Palatina-Buchmarkt in Die Rheinpfalz Nr. 45 vom 22. Februar 2001
Donnersberg-Jahrbuch 2001
Die Rheinpfalz vom 26. September 2000

Borderline

Mitten im Leben
Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.
1.Auflage 2000, 100 Seiten mit 30 Abbildungen, DM 19,50.
ISBN 3-87022-272-7

Mitten im Leben stellen sich viele Fragen neu, vor allem die nach den Wegmarken und Schlüsselereignissen, die zur Lebensmitte hingeführt und dabei lebensprägende Bedeutung erlangt haben: die Kindheit, die Berufswahl, die Familie - aber auch ganz andere, je individuelle Lebensstationen und -bezüge.

Ein Beispiel dafür entfaltet das neue Buch von Marianne Baun. Die Autorin - Jahrgang 1948 - steht sprichwörtlich mitten im Leben. Wichtig sind ihr elf Lebensstationen. Sie reichen von der Puppe in Kindertagen über die erste Klavierstunde bis zum Abschied von der Mutter. Aber auch ganz eigene Schlüsselerlebnisse sind darunter: Kinderheime oder die Erfahrungen einer Legislaturperiode als Landtagsabgeordnete.

Kein gewöhnliches Buch also!

Marianne Baun hat dies schon mit ihrem belletristisches Erstling Zurück zum Leben - 1998 in erster und 2000 in zweiter Auflage - eindrucksvoll bewiesen. Mitten im Leben schließt daran unmittelbar an.

Wer beide Bücher liest, mag zugleich angeregt werden, sich selbst einmal an autobiographische Skizzen zu wagen. Mitten im Leben ist dazu eine neuerliche Anregung.

Mitten im Leben zielt aber auf mehr. Das Buch will vor allem Perspektiven aufzeigen für einen gelingenden Lebensentwurf. Eine dieser Orientierungen nennt bereits der Untertitel: Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.

Die Botschaft des Buches reicht aber weiter. Sie kommt besonders tiefgrundig im letzten Baustein des Buches zum Ausdruck: mit einer Inschrift an der St.Pauls Kathedrale in Baltimore. Die dabei entfaltete Ethik schließt mit der Aufforderung Strebe danach, glücklich zu sein.

(Rezension von Dr. Klaus Kremb, Winnweiler)

Szenen eines Durchbruchs
Kirchheimbolanden: Neues Baun-Buch - Lesung

"Mitten im Leben": Bewusst hat die Kirchheimbolanderin Dr. Marianne Baun einen optimistisch klingenden Titel für ihr neues, autobiografisches Buch gewählt, das in Titel wie Inhalt an das vor zwei Jahren erschienene "Zurück zum Leben" anschließt. Im Versuch, eine Selbstbefreiung, einen biografischen Durchbruch zur Sprache zu bringen, ist dieser Band aber keineswegs ein Erbauungsbuch, denn geschildert werden Schlüssel-Erlebnisse, in denen die Mitte des Lebens stets hart erkämpft werden musste.

Mehr noch als "Zurück zum Leben" ist sein Nachfolger offen und erstaunlich persönlich geschrieben. Erinnerungen an die ungeliebte Puppe Gabi lenken den Blick auf eine kalte, lieblose Kindheit, ein als rigide geschildertes Elternhaus. Aufenthalte im Kinder-Ferienheim werden repressiv, als Form der Abschiebung erlebt. Der erste Weg zur inneren Befreiung führt zur Musik, zu Klavier und Orgel - auch er muss zäh erkämpft werden.

Dabei geht es Baun in den elf Stationen des Buches, die auch ihre politische Arbeit im Landtag in der 80er Jahren beleuchten, nicht nur um die eigene Person: In der Mitte es Buches wird die Geschichte Jörgs erzählt, eines geistig behinderten Kindes, dem Baun Jahre wissenschaftlicher Arbeit in der Sonderpädagogik gewidmet hat. Die Geschichte mühevollen Ringens um kleine Fortschritte erscheint dabei im Kontext des Buches wie ein Extrembeispiel für die Mühe, ein Dasein zu zentrieren, mit sich selbst ins Lot zu bringen.

Begriffen wird das Kämpfen gegen Kälte im Miteinander, gegen Mobbing, gegen das Leben überkrustende Strukturen aber nicht allein als kraftzehrende Reibung an Widerständen, sondern auch als Ringen um Sinnverstehen, dessen Lohn die Ankunft in der Lebensmitte sein kann: "Ich bin durch. Die Erde hat mich wieder", gibt Baun ihrer Erfahrung dieser Art Worte - um in der anschließenden Schilderung des langen Sterbens ihrer Mutter sich dessen bewusst zu bleiben, dass man auch nach Ankunft in dieser Mitte wieder eingeholt werden kann, von Prüfungen nicht verschont bleibt.

Die Sprache des Buches ist knapp, ersetzt Weitschweifigkeit durch das Bemühen um präzise treffende Sätze, Personen und Schauplätze werden selten mit Namen genannt, was ihre exemplarische Rolle verdeutlicht, manchmal aber auch mit der betont subjektiven Erzählperspektive und der pointierten Sprache ein etwas verschwommenes Bild erzeugt. Das Buch bewahrt sich aber seine Überzeugungskraft im Appellativen, in der Ermutigung, den Kampf um die eigene Mitte anzunehmen mit dem Ziel, im Dasein glücklich zu sin.

(Von Dr. Thomas Behnke in "Die Rheinpfalz" vom 26. September 2000)

Marianne Baun: Mitten im Leben. Otterbach 2000. 100 Seiten mit 30 Abbildungen.

Ende September 2000 wurde in der Stadtbücherei Kirchheimbolanden als zweiter Prosaband von Dr. Marianne Baun aus Kirchheimbolanden das Buch "Mitten im Leben" vorgestellt. Die Autorin schildert darin elf Episoden aus ihrem Leben. Die beschriebenen "Stationen" reichen von der Puppe in Kindertagen über die erste Klavierstunde bis zu Erfahrungen als Abgeordnete im rheinland-pfälzischen Landtag, dem Dr. Baun für eine Legislaturperiode angehörte.

(Von Gundula Nakfour im Donnersberg-Jahrbuch 2001)

Mitten im Leben - Kämpfen gegen das Verlieren

"Wer kämpft, kann verlieren - Wer nicht kämpft, hat schon verloren" ist das Motto des bereits in 2. Auflage erschienenen Bändchens "Mitten im Leben" der Diplom-Pädagogin Marianne Baun. Der Lebensweg einer Frau, schlaglichtartig in Erinnerung gerufen, mit allen seinen Höhen und Tiefen. (rhp)

Marianne Baun: "Mitten im Leben", Arbogast Verlag Otterbach, 19,50 Mark,
ISBN 3-87022-272-7

(Palatina-Buchmarkt in Die Rheinpfalz Nr. 45 vom 22. Februar 2001)